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15 Jahre Landesfrauenrat Thüringen
Broschüre 15 Jahre Landesfrauenrat
13 Frauenverbände gründeten am 14.Mai 1993 den Landesfrauenrat Thüringen. Erste und langjährige Vorsitzende war Christine Schwarzbach vom Landfrauenverband Thüringen. Ihr folgte im Jahr 2002 Birgit Adamek von der LAG der Gleichstellungsbeauftragten. Seit 2006 ist Silke Bemmann vom DGB Thüringen Vorsitzende des Landesfrauenrates Thüringen. Die Zahl der Mitgliedsverbände ist auf 28 mit insgesamt mehr als 250.000 Mitgliedern angewachsen. Die einzelnen Mitgliedsverbände repräsentieren die Vielfältigkeit der Bereiche, in denen sich Frauen aktiv einbringen: Wohlfahrtsverbände, politische Parteien, Hausfrauenverband, Gewerkschaften, Selbstständige, Landfrauen, Sportbund, Kirchen und natürlich auch die LAGs der Frauenhäuser, Frauenzentren und Gleichstellungsbeauftragten. Alle Mitgliedsverbände stellen sich in der Ihnen vorliegenden Broschüre ausführlich vor. Der Landesfrauenrat ist damit einer der größten Verbände in Thüringen.
Frauen bilden Netzwerke
In den ersten Jahren standen die Gründung von Frauenhäusern und Frauenzentren sowie deren Vernetzung im Vordergrund der Verbandsarbeit. In vielen Städten wurden Frauenzentren gegründet, um eine zentrale Anlaufstelle für die Frauengruppen und Initiativen vor Ort zu haben. Seit Anfang der 90ger Jahre haben sich viele lokale Frauennetzwerke entwickelt, die sich bis heute gehalten und etabliert haben. Wir sind sehr stolz darauf, dass es uns gelungen ist, trotz der starken Kürzungen der Fördermittel durch Land und Kommunen, 31 Frauenzentren in Thüringen zu halten.
Die 31 Frauenzentren und Frauen- und Familienzentren in Thüringen sind Orte der Beratung und Begegnung, der Kommunikation, Information, Bildung, Politik und Kultur für Frauen. Sie stehen allen Frauen offen, unabhängig von deren Alter, Nationalität, Religion oder Ausbildung. Sie fördern die Kommunikation der verschiedensten Frauen untereinander und unterstützen die Frauen dabei, ihre Kompetenzen wahrzunehmen und zu stärken. Angebote wie z.B. Gesprächskreise, Workshops, Gesundheits- und Kreativkurse zeigen Frauenzentren und Frauen- und Familienzentren als Lebensort. Durch diese Angebote wird der Dialog sowie der Wissens- und Erfahrungsaustausch und somit das Verständnis zwischen den Generationen und Kulturen gefördert. Mit Informationsveranstaltungen zu gesellschaftspolitisch relevanten Themen nehmen Frauenzentren wichtige Aufgaben der politischen Bildung wahr. Gleichzeitig dienen sie politischen Gruppen und Parteien als Treffpunkt.
Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit der Frauenzentren und Frauen- und Familienzentren sind Beratungsangebote für Frauen in Krisensituationen. Frauenzentren beraten und begleiten Frauen mit geschlechtsspezifischen Gewalterfahrungen. Denn Frauen sind nach wie vor Opfer von geschlechtsbezogener Gewalt sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich. Auch in besonderen bzw. schwierigen Lebenslagen und –situationen stehen Frauenzentren zur Verfügung. Sie geben Erstberatung und geben psychosoziale Hilfe für die Bewältigung krisenhafter Lebenssituationen, z.B. bei Missbrauch, häuslicher Gewalt, sexueller Belästigung, Stalking, Trennung, Verlust, Arbeitslosigkeit und den daraus resultierenden psychischen Problemen. Frauenzentren kooperieren mit anderen Hilfeeinrichtungen, mit Ämtern, Behörden, Anwätlinnen und ÄrtzInnen, und können so bei Bedarf schnell und unkompliziert vermitteln und ermöglichen rasche und kompetente Hilfe.
Gemeinsam mit der LAG hat der Landesfrauenrat ein gemeinsames Konzept zur Fortentwicklung dieser Zentren in Thüringen erarbeitet. Dieses wird in Kürze veröffentlicht. Es stellt die Arbeit der Frauenzentren in ihrer Vielfalt und Vielschichtigkeit dar und macht auf die gesellschaftspolitisch außerordentlich wichtige Netzwerkfunktion in den Kommunen aufmerksam. Für die weitere Arbeit und auch für die Positionierung in den Haushaltsberatungen ist das Konzept eine wichtige Basis.
Frauenhäuser zum Schutz vor häuslicher Gewalt sind leider immer noch notwendig
Sehr wichtig für den Schutz der Frauen vor Gewalt sind die Frauenhäuser und Frauenschutzwohnungen. Gewalt gegen Frauen ist das größte Gesundheitsrisiko von Frauen. Im Durchschnitt muss die Thüringer Polizei fünf mal täglich zum Einsatz wegen häuslicher Gewalt. Pro Tag stirbt in Deutschland eine Frau durch die Gewalt eines Partners oder Ex-Partners. Jede vierte Frau hat häusliche Gewalt von einem aktuellen oder früheren Beziehungspartner erfahren. Diese alarmierenden Zahlen machen deutlich, wie wichtig ein flächendeckendes Netz von Frauenhäusern und Frauenschutzwohnungen ist. Dies bestätigt auch die letztes Jahr von der Landesregierung in Auftrag gegebene Studie zur Arbeit der Frauenhäuser in Thüringen. Die Studie gibt wichtige Hinweise für notwendige Fort- und Weiterbildung und die weitere Verbesserung der Arbeit in den Frauenhäusern. Wir gehen davon aus, dass aufgrund dieser Hinweise, die finanziellen Mittel für die hierfür erforderliche personelle und sachliche Ausstattung der Frauenhäuser von Land und Kommunen bereitgestellt werden.
Umsetzung des Thüringer Gleichstellungsgesetzes
Die Erarbeitung eines Gleichstellungsgesetzes für den Öffentlichen Dienst in Thüringen war ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit des Landesfrauenrates. Viele Vorschläge wurden in die Diskussion eingebracht. Besonders stolz ist der Landesfrauenrat, dass es gelungen ist, für die Kommunen die Stellung der hauptamtlichen Gleichstellungsbeauftragten verpflichtend einzuführen. Diese sind für die Arbeit vor Ort eine große Stütze und wichtige Partnerinnen. Nach 10 Jahren Gleichstellungsgesetz stellen wir fest, dass dies die wichtigste Errungenschaft des Gesetzes für Frauen ist. Leider werden die Rechte und Möglichkeiten der Gleichstellungsbeauftragten vielerorts wieder eingeschränkt, teilweise schlicht durch eine radikale Verkürzung ihrer Arbeitszeit bzw. der Übertragung zusätzlicher Aufgaben.
Groß ist unsere Enttäuschung über die geringe Wirkung im Hinblick auf die Personalentwicklung von Frauen und Frauenförderung im Öffentlichen Dienst. Hier erkennen wir kaum Fortschritte: Frauen sind in Führungspositionen nur sehr selten vorzufinden. Es gibt Ministerien ohne eine einzige Abteilungsleiterin. Die Thüringer Gleichstellungsbeauftragte hat nach der letzten Landtagswahl die Stellung als Staatssekretärin verloren und ist im Rang einer Referatsleiterin im Sozialministerium angesiedelt worden. Dies löste die Befürchtungen bei uns aus, dass die Einflussmöglichkeiten der Gleichstellungsbeauftragten, wenn sie derart in der Ministerialverwaltung eingebunden ist, kaum noch wahrnehmbar sein werden. Diese Befürchtungen wurden leider real.
Große Hoffnungen haben wir in die Vorschrift des § 22 Gleichstellungsgesetz gesetzt. Für die dort enthaltene Vorschrift, dass ab einem Auftragsvolumen von 125.000 € öffentliche Aufträge vorzugsweise an solche Unternehmen zu vergeben sind, die die Chancengleichheit von Frauen fördern, fehlt bis heute die zur Umsetzung notwendige Verwaltungsvorschrift. Auch nachdem sich der Beirat für Familie und Frauen des Ministerpräsidenten der Forderung des Landesfrauenrates angeschlossen hat, wurden die hierzu notwendigen Schritte nicht eingeleitet. So hoffen wir nun, dass die erforderliche Verwaltungsvorschrift noch rechtzeitig zum 10-jährigen Jubiläum des Gleichstellungsgesetzes erlassen wird.
Gelder aus den EU Strukturfonds bitte auch für Frauen!
Viel erreicht haben wir auch im Bereich der Strukturfonds der Europäischen Union. Für die Vergabe der Fördermittel aus den EU Strukturfonds hat ab Januar 2007 eine neue Förderperiode begonnen. Mit einem Gesamtetat für Thüringen in Höhe von 2 Mrd. € haben sie erheblichen Einfluss auf die strukturelle Entwicklung des Landes.
Obwohl die EU ausdrücklich vorschreibt, dass die Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern als Querschnittsaufgabe zu erfüllen ist und sämtliche aus den EU Strukturfonds geförderte Maßnahmen die Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern zum Gegenstand haben müssen, wurde dies in den vergangenen Förderperioden in Thüringen kaum berücksichtigt.
Um hier eine grundlegende Änderung herbeizuführen haben wir vorgeschlagen, eine zentrale Stelle einzurichten, die alle Anträge auf Fördermittel dahingehend überprüft, ob sie zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen beitragen. Aufgabe dieser Stelle soll es darüber hinaus sein, die Träger der Projekte dahingehend zu beraten, wie sie Ihre Projektanträge entsprechend überprüfen und ihr Projekt so umgestalten können, dass sie die Chancengleichheit von Frauen fördern. Aufgrund unseres intensiven Bemühens ist es gelungen, dass in den Richtlinien, aufgrund derer die Mittel aus den EU Strukturfonds vergeben werden, Frauenförderung und Gender Mainstreaming eine wesentlich größere Rolle spielen als bisher. Und nach zwei Jahren intensiver Debatten und mit viel Hartnäckigkeit ist es uns schließlich auch gelungen, von Ministerpräsident Althaus die schriftliche Zusage zu erhalten, dass die GFAW diese Aufgabe übernimmt und alle Projekte im o.g. Sinne überprüft und berät. Im Wirtschaftsministerium wurde unter Beteiligung des Landesfrauenrates eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die die praktische Umsetzung dieser Vorgaben begleitet.
Großer Handlungsbedarf besteht in der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik
Großer Handlungsbedarf besteht nach wie vor im Bereich der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik. Die Situation von Frauen auf dem Erwerbsarbeitsmarkt hat sich weiter verschlechtert. Nur noch ein Drittel der Neueinstellungen betrifft Frauen, die Erwerbstätigenquote der Thüringer Frauen ist sogar schon unter bundesdeutsches Niveau gesunken und die Hälfte aller erwerbstätigen Frauen arbeitet inzwischen in prekären Beschäftigungsverhältnissen. Entsprechend niedrig sind die Einkommen: 44 % aller erwerbstätigen Frauen in Thüringen verdienen weniger als 900 € netto im Monat.
Nötig ist es, sich um solche Unternehmensansiedlungen zu bemühen und zu fördern, die qualitativ hochwertige und nachhaltige Arbeitsplätze in Thüringen schaffen. Gleichzeitig setzt sich der Landesfrauenrat intensiv dafür ein, dass Maßnahmen zur Verbesserung der Chancengleichheit von Frauen ergriffen werden. Leider werden nur wenige unserer sehr konkreten Vorschläge aufgegriffen. Im April 2008 wurde beispielsweise der Ausbildungspakt für das Jahr 2008 vorgestellt. In diesem wird zwar beklagt, dass die jungen Frauen mangels Ausbildungsplätzen abwandern, aber einen Zusammenhang mit konkreten frauenpolitischen Maßnahmen und Unterstützungen sieht die Landesregierung auch hier nicht
Wir bedauern sehr, dass die Landesregierung angesichts dieser sich für die Frauen zunehmend verschlechternden Situation Vereinbarungen mit der Wirtschaft abschließt, ohne auf Verbesserungen für die Frauen hinzuarbeiten. Weder in der Vereinbarung zur Fachkräftesicherung, die die Landesregierung im Januar 2008 mit der Regionalagentur für Arbeit abgeschlossen hat, noch im Ausbildungspakt wird auf die besondere Situation von Frauen eingegangen. Gerade in solchen Vereinbarungen könnte die Landesregierung großen Einfluss auf die Einstellungspraxis der Unternehmen und die Förderpraxis durch die Bundesagentur für Arbeit nehmen.
Auch in diesem Bereich werden wir nicht aufhören, Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen und unsere konkreten Vorschläge hierzu den politisch Verantwortlichen zu unterbreiten.
Gesundheit hat ein Geschlecht!
Unter diesem Leitsatz engagiert sich der Landesfrauenrat seit seiner Gründung zu gesundheitspolitischen Fragen. Gesundheitspolitik in Deutschland ist „männerzentriert“. Zu diesem Ergebnis kam der Frauengesundheitsbericht der Bundesregierung im Jahr 2001. So gilt als Norm in Wissenschaft und Praxis ein Mann zwischen 20 und 40 Jahren. Dies führt zur Unter- und Fehlversorgung in erheblichen Ausmaß und trifft vor allem Frauen und Kinder – eben die, die nicht der Norm entsprechen. 70 % aller Arzneimittelabhängigen sind Frauen, 95% aller essgestörten Menschen sind Frauen, Frauen sind zwar seltener vom Herzinfarkt betroffen, dass Risiko daran zu sterben ist für sie aber deutlich höher; die entsprechenden Symptome werden häufig nicht erkannt.
Obwohl dies alles spätestens seit Veröffentlichung des Frauengesundheitsberichtes bekannt ist, werden geschlechtsspezifische Aspekte in der Debatte um die Reform des Gesundheitswesens kaum beachtet. Dies muss dringend geändert werden. Der Landesfrauenrat hat den Arbeitskreis Frauengesundheit in Thüringen mitbegründet und die Geschäftsführung übernommen. In mehreren Veranstaltungen haben wir für das Thema sensibilisiert. Auch der Bereich des Alterns und der Pflege ist hoch brisant. Frauen sind diejenigen, die ihre Angehörigen pflegen und sie sind diejenigen, die in den Pflegeberufen tätig sind. Gleichzeitig sind 80 % derjenigen, die in stationären Pflegeeinrichtungen sind Frauen. Hier besteht dringender Handlungsbedarf. In diesem Bereich wird sich der Landesfrauenrat verstärkt einbringen und gemeinsame Positionen entwickeln.
Medien haben großen Einfluss auf Rollenmuster
Medien haben einen immensen Einfluss auf die Gesellschaft. Dies betrifft nicht nur den politischen Bereich, sondern reicht bis in den privaten Bereich der Geschlechterbeziehungen. Wir sehen sieht hier große Potentiale, um die tradierten Rollenmuster aufzubrechen und positive Veränderungen für mehr Geschlechtergerechtigkeit herbeizuführen. Deshalb gilt auch der Medienpolitik unser Engagement. Es ist gelungen im Jahr 2007 erstmals einen Thüringer Frauenmedienpreis auszuschreiben. Mit dem Preis soll ein differenziertes Frauenbild in den Medien mit dem Ziel gefördert werden, die realitätsnahe und komplexe Lebenswelt der Frauen und Mädchen sichtbar zu machen. Stereotype Geschlechterklischees in den Medien jeglicher Art sollen in Frage gestellt und positive Identifikationsfiguren vorgestellt werden.
Besonders wichtig war uns, dass der Preis in Höhe von 3500 € zu gleichen Teilen jeweils für einen Beitrag der sich an Erwachsene und einen der sich an Kinder- und Jugendliche richtet vergeben wird. Der Preis wird gefördert durch die Thüringer Landesmedienanstalt und wird unterstützt durch die Kindermedien GmbH und das Kindermedienzentrum.
Die Preisverleihung im Kindermedienzentrum im November 2007 war eine sehr gelungene und erfolgreiche Veranstaltung. Ausgezeichnet wurden Frank A. Bangert für seinen Beitrag über Greta Bölkow und die Autorinnen der Internet Seite www.spaß-oder-gewalt.de.
Die ausgezeichneten Beiträge zeigen eindrucksvoll die vielfältigen Möglichkeiten, mit denen Medienschaffende dazu beitragen können, tradierte Rollenklischees aufzubrechen und zum Nachdenken anzuregen. Wir freuen uns ganz besonders darüber, mit dem Preis für einen Beitrag, der sich an Kinder und Jugendliche richtet, einen eigenen frauenpolitischen Akzent im Kindermedienland Thüringen setzten zu können.
Geplant ist, den Thüringer Frauenmedienpreis künftig alle zwei Jahre zu verleihen.
Frauenpreis Kairos
Anlässlich seines 10jährigen Jubiläums im Mai 2003 hatte der Landesfrauenrat Thüringen den Kommunikationspreis "KAIROS" erstmals gestiftet. Finanziert wird er aus Spenden von den Vertreterinnen des Landesfrauenrates in der Versammlung der Thüringer Landesmedienanstalt. Mit der Auswahl der Preisträgerin und der Thüringer Künstlerin befasst sich eine Jury, die von der Delegiertenversammlung des Landesfrauenrates gewählt wird. In diesem Jahr wird der Landesfrauenrat bereits zum dritten Mal den Preis Kairos verleihen.
Kairos ist griechisch und bedeutet die qualitative Zeit, die rechte Zeit, die es bei den Griechen neben der quantitativen Zeit der Bewegung - Kronos - gibt. Wir verbinden damit den Anspruch, zum richtigen Zeitpunkt mit den richtigen Mitteln zu kommunizieren, um in der heutigen schnellebigen Zeit nicht mehr mit blindem Aktionismus die Zeit zu verschwenden und um potentiellen Fehlentwicklungen entgegenzuwirken.
Im Jahr 2004 wurde die Kulturstadtinitiative des frauenpolitischen runden Tisches „Weimar weiblich“ ausgezeichnet. Stellvertretend für alle engagierten Frauen aus Vereinen und Projekten, der Politik, Wirtschaft und Stadtverwaltung, die diese Initiative begründeten nahmen Christiane Kloweit, Andrea Klawonn und Dr. Ulrike Müller den Preis entgegen.
2006 wurde die Journalistin und stellvertretende Chefredakteurin der Thüringer Landeszeitung Gerlinde Sommer für ihre herausragenden Leistungen und ihr sehr engagiertes Schreiben für die Frauen ausgezeichnet. Gerlinde Sommer gibt seit Jahren der Thüringer Weiblichkeit, den Frauen und ihren Anliegen, mit Hilfe der Sprache ein Gesicht. Darüber hinaus mischt sich Frau Sommer in viele wichtige Politikbereiche ein, ohne je den weiblichen Blick zu verlieren. Dies ist beispielgebend nicht nur für die Thüringer Medienlandschaft.
15 Jahre Engagement
Die 15 Jahre waren auch verbandsintern nicht immer einfach. Die immer wiederkehrenden Auseinandersetzungen mit der Landesregierung um die finanzielle Förderung dieses so wichtigen Dachverbandes haben viel Zeit und Energien gekostet und tun es auch heute noch. Neben anderen Problemen hat nicht zuletzt diese ungeheure Verantwortung im Jahr 2006 zur Zerreißprobe geführt, die im Rücktritt fast des gesamten damaligen Vorstandes gipfelte. Um die Auflösung des Verbandes zu verhindern wurde ein Notvorstand gebildet. Den Frauen des Notvorstandes Katrin Christ, Gabi Ohler und Edeltraud Kotzanek sei an dieser Stelle herzlich gedankt.
Dem im Juli 2006 neu gewählten Vorstand ist es gelungen, den Verband zusammenzuhalten und sogar neue Mitgliedsverbände zu gewinnen. Großer Dank gilt hier der neuen Vorsitzenden Silke Bemmann. Ihrem engagierten Einsatz und großen Geschick ist es nicht nur zu verdanken, dass der Landesfrauenrat diese schwere Krise überwunden sondern auch gestärkt aus ihr hervorgegangen ist. Mit nur zwei Gegenstimmen wurde sie in der Delegiertenversammlung im April 2008 eindrucksvoll im Amt bestätigt.
Der Landesfrauenrat Thüringen ist zu einer wichtigen und unüberhörbaren politischen Kraft im Lande geworden. Mit konstruktiven Vorschlägen zur Verbesserung der Situation von Frauen in Thüringen bringt sich der Landesfrauenrat aktiv und konstruktiv in die aktuellen gesellschaftspolitischen Diskussionen des Landes ein mit dem Ziel die tatsächliche Gleichberechtigung der Geschlechter in allen Bereichen und soziale Gerechtigkeit in Thüringen zu erreichen.